Geburtshaus von Edmund Theodor Ratzenberger (1840–1879)
Am 13. April 1840 wurde hier der Pianist, Komponist und Dirigent Edmund Theodor Ratzenberger geboren – ein Musiker von europäischem Rang und enger Schüler von Franz Liszt.
Schon früh zeigte sich seine musikalische Begabung. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Arnstadt studierte er von 1855 bis 1859 in Weimar bei Liszt und lebte zeitweise im Künstlerhaus „Altenburg“. Liszt überwachte seine Ausbildung persönlich und lobte ihn als glänzenden Pianisten. Ratzenberger trat bald als Konzertpianist in der Schweiz, in Belgien und in Paris auf und erhielt 1859 in Sondershausen den Titel Hofpianist, 1872 den Titel Kammervirtuose des Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt.
Er wirkte als Musiklehrer in Vevey, Lausanne und Würzburg, bevor er sich in Düsseldorf niederließ. Dort entfaltete er eine vielseitige Tätigkeit: als Klavierlehrer mit großem Schülerkreis, als Organisator von Konzerten für wohltätige Zwecke, als Chorleiter und als Dirigent bedeutender Aufführungen, u. a. von Werken Liszts, Beethovens und Bachs. Auch eigene Kompositionen – vor allem Lieder und Klavierwerke – veröffentlichte er.
Zeitgenossen wie Hans von Bülow und Peter Cornelius zollten ihm hohe Anerkennung. In der „Deutschen Musiker-Zeitung“ hieß es 1867:
„Die Erwerbung des fürstlichen Hofpianisten Theodor Ratzenberger zum Leiter des öffentlichen Musiklebens einer größeren Stadt […] ist als ein praktisch reifer und vielseitig bewährter Lehrer […] von nicht unbedeutendem künstlerischem Werthe.“
Trotz seines Erfolges geriet Ratzenberger gesundheitlich unter Druck und starb bereits am 8. März 1879 in Wiesbaden – im Alter von nur 39 Jahren.
Im Jahr 1990 wurde am Geburtshaus (Hauptstraße 134) eine Gedenktafel enthüllt, die an Leben und Werk dieses bedeutenden Sohnes der Stadt erinnert.
