Altenfelder Wasserfall
Vom Bergbaustollen zur modernen Energiequelle
Am Ortseingang von Altenfeld tritt der Reischelbach scheinbar natürlich aus einer Felswand hervor und stürzt rund sechs Meter in die Tiefe. Doch hinter diesem eindrucksvollen Wasserfall verbirgt sich ein Stück Technik- und Zeitgeschichte.
Bereits Ende der 1980er-Jahre wurde der Reischelbach in einem Stollen durch den Berg umgeleitet. Wie der damalige Zeitungsbericht „Reichelbach wird in Stollen umgeleitet“ beschreibt, begannen 1989 umfangreiche Arbeiten durch die Bergsicherung Suhl, Betriebsteil Schmiedefeld/Neuhaus. Der rund zwei Meter breite und 2,50 Meter hohe Tunnel wurde durch den Königswaldfelsen vorgetrieben. Über 100 Meter Strecke wurden aufgefahren.
Hintergrund war die bauliche Sicherung des Geländes des Glaswerkes Altenfeld: Der Bach war zuvor durch das Betriebsgelände geflossen. Hochwasser, Ausspülungen und bauliche Überdeckungen hatten die Stabilität gefährdet. Der Stollenbau war die konstruktive Lösung.
Am Auslaufbauwerk entstand eine neue Attraktion – ein künstlich geführter Wasserfall mit einer Absturzhöhe von etwa sechs bis sieben Metern zum Ölzetal.
Gestaltung des Umfeldes und energetische Nutzung
Im Zuge der Dorferneuerung wurde das Umfeld des Wasserfalls neu gestaltet. PKW-Stellplätze und der Containerstellplatz wurden entlang des Bachlaufes angeordnet, das Gelände begrünt und das Becken am Wasserfall saniert und aufgewertet. Aufenthaltsmöglichkeiten für Besucher wurden geschaffen.
Die Baumaßnamen wurden 2024/2025 vollständig umgesetzt, die energetische Nutzung der Turbine wird im Frühjahr 2026 realisiert. Im Felsen wurde eine Turbine installiert, die die Kraft des herabstürzenden Wassers künftig zur Stromerzeugung nutzen wird. Der erzeugte Strom wird dann in das öffentliche Netz eingespeist und kann unter anderem für die Straßenbeleuchtung und das Laden von E-Bikes genutzt werden.
Links neben dem Wasserfall befindet sich die Einspeise- und Steuertechnik mit einer Säule zur Energieüberwachung. Dort kann bald in Echtzeit abgelesen werden, wieviel Strom aktuell erzeugt wird.
Rastplatz mit Blick auf Technik und Natur
Rechts neben dem Wasserfall lädt ein überdachter Wanderrastplatz mit massiver Holzsitzgruppe zum Verweilen ein. Das Zusammenspiel aus Fels, Wasser, technischer Anlage und naturnaher Gestaltung macht den Ort zu einem besonderen Anziehungspunkt für Wanderer und Gäste.
Ein Symbol für Wandel und Weitsicht
Der Altenfelder Wasserfall ist damit weit mehr als ein idyllisches Fotomotiv.
Er steht für die Geschichte industrieller Prägung, für ingenieurtechnische Lösungen aus DDR-Zeiten und für die heutige nachhaltige Nutzung erneuerbarer Energie.
Hier verbinden sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – sichtbar und hörbar im Rauschen des Reischelbachs.





