Reuscheltal/ Reischeltal
Naturidyll zwischen Schiefergebirge und Thüringer Wald
Das Reuscheltal, gelegentlich auch Reischeltal genannt, ist ein rund vier Kilometer langes Kerbtal im westlichen Teil des Thüringer Schiefergebirges – unmittelbar an der Grenze zum Thüringer Wald. Zwischen den Ortsteilen Großbreitenbach, Altenfeld und Neustadt am Rennsteig der Landgemeinde „Stadt Großbreitenbach“ erstreckt sich eine waldreiche Landschaft, die von Stille, Ursprünglichkeit und bewegter Geschichte geprägt ist.
Durch das Tal fließt der Reischelbach, ein Nebenfluss der Oelze. Auf seinem Weg überwindet er knapp 200 Höhenmeter – besonders eindrucksvoll im Frühjahr, wenn die Schneeschmelze dem Bach reichlich Wasser zuführt. Am Talausgang stürzt er über den malerischen Altenfelder Wasserfall ins Oelzetal und mündet schließlich in die Oelze, die weiter talabwärts zur Schwarza fließt.
Markante Höhen und naturräumliche Besonderheiten
Das Reuscheltal wird von markanten Erhebungen eingerahmt: Im Süden erhebt sich die Haube (811 m ü. NN), im Norden der Reischelberg (821 m ü. NN). Der südliche Talabschnitt – vom Totenweg bis zum Ortseingang Altenfeld – markiert zugleich die naturräumliche Grenze zwischen Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge. Hier mündet auch das stille Vaterunsertal als Seitental ein.
Heute gehört das Reuscheltal zum UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald und ist damit Teil einer besonders geschützten Kulturlandschaft mit hoher ökologischer Bedeutung.
Historische Spuren im Tal
In früheren Jahrhunderten war das Tal vom Bergbau geprägt. Silber- und Kupfererze wurden hier gefördert. Zudem bestand bis 1936 eine Schneidemühle, deren Mühlteich das Landschaftsbild prägte.
An dessen Stelle wurde 2011 im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme der untere Reuscheltaler Teich neu angelegt – ein idyllisches Gewässer, harmonisch eingebettet in die umgebenden Wälder. Heute ist er Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten und ein beliebter Rastplatz für Wanderer.
Kurz hinter der Weggabelung in Richtung Haube befinden sich auf der linken Seite die Überreste des ehemaligen Rastplatzes „Wiegandsruh“. Er wurde einst vom Altenfelder Gemeindearbeiter Wilhelm Wiegand errichtet und bestand aus einer kleinen Schutzhütte mit Sitzgelegenheiten. Eine neue Wanderhütte nahe dem Teich erinnert heute an diesen geschichtsträchtigen Ort – an einem besser erreichbaren Standort mit herrlicher Aussicht.
Wandern im Reuscheltal
Natur erleben auf bekannten Wegen
Das Tal wird von mehreren Wanderwegen durchzogen. Besonders hervorzuheben ist der Panoramaweg Schwarzatal, einer der beliebtesten und schönsten Rundwanderwege Thüringens. Er führt durch das Reuscheltal und verbindet beeindruckende Ausblicke mit naturnahen Bach- und Waldpassagen.
Auch der traditionsreiche Pilzsteig verläuft oberhalb des Tales. Der rund 21 Kilometer lange Naturlehrpfad beginnt auf der Mondscheinwiese bei Neustadt am Rennsteig und führt bis nach Gehren. Besonders im Herbst, wenn sich die Wälder in leuchtende Farben tauchen, entfaltet das Reuscheltal hier seinen ganz besonderen Reiz.
Flora, Fauna und das Erbe des Olitätenlandes
Dichte Mischwälder, steile Hänge und naturbelassene Bachläufe prägen das Landschaftsbild. Zahlreiche seltene Pflanzen und Tiere sind hier heimisch. Viele Heilkräuter, typisch für das Thüringer Olitätenland, wachsen in den lichten Bereichen des Tales. Über Jahrhunderte nutzten Kräuterkundige und die berühmten Buckelapotheker diese Pflanzenvielfalt zur Herstellung von Naturheilmitteln.
Das Reuscheltal vereint Natur, Geschichte und stille Schönheit.
Ob als Teil einer ausgedehnten Wanderung auf dem Panoramaweg Schwarzatal oder als ruhiger Spaziergang zum Teich und weiter zum Altenfelder Wasserfall – dieses Tal ist ein Ort zum Innehalten, Entdecken und Durchatmen.
Autorentipp:











1 Bewertung on “Reuscheltal/ Reischeltal”
Einfach herrliche Natur. Wälder, Wiesen und Teiche bieten dem Naturfreund hier etwas für das Auge.